Biographie

Helmut G. Tollmann wurde 1945 in Köln geboren. Er ist ein Künstler, der sich seit mittlerweile 50 Jahren mit Fotografie, Malerei, Installation und Großbildprojektionen beschäftigt.

 

Er absolvierte von 1961 bis 1964 eine Ausbildung zum Grafiker. Im Anschluss studierte er bis 1968 an den Kölner Werkschulen Grafik und Design. Neben seiner Tätigkeit als Grafikdesigner betätigte er sich damals bereits als freier Künstler.

 

1. Anfänge: Fotografie, Multivision und Malerei 1965- 1969

Für diese erste Phase, in der sich Helmut Tollmann intensiv mit verschiedenen Techniken und Verfahren der Fotografie und ihrer Chemie beschäftigte, sind mehr als 25 nationale und internationale Foto- und Filmpreise durch Urkunden und Presse belegt. Das Material dieser Zeit ist aber noch wenig aufgearbeitet. Erkennbar ist aber, dass Helmut Tollmann in dieser Zeit bereits zentrale Ver- fahren entwickelt hat, die ihn bis heute in seiner Arbeit als Künstler mit prägen: Tontrennungen (Posterisation), Experimente mit lithografischen Filmen und Entwicklern, Solarisationen, reprografischer Einsatz von fotografischen Techniken, die bis heute in seiner Multilayertechnik zu finden sind.

 

2. Neue Wege und neue Techniken 1970-1974

Ab Anfang der 1970er Jahre beschäftigte sich Tollmann, unter dem Eindruck der Bilder von Max Ernst mit der gegenständlichen Malerei sowie der Architektur- und Landschaftsmalerei. Die Nähe seines frühen Ansatzes in der Malerei erscheint nicht zufällig in geistiger Verwandtschaft zu Max Ernst, der unzählige neue Verfah- ren und Techniken in die Malerei eingebracht hat, so zum Beispiel die Frottage. Wie Max Ernst experimentierte Helmut Tollmann intensiv mit immer neuen Mitteln, die ihm künstlerisch verwertbar erschienen. Die in dieser zweiten Phase entstandenen “Softlandschaften”[1] , bei denen die Leinwand fast wie in der Seidenmalerei bearbeitet scheint, sind Tollmanns eigenständiger Ausdruck, geschult an der Beschäftigung mit den Frottagen von Max Ernst. Auch die Architekturmalerei von Helmut Tollmann bedient sich in dieser Zeit ähnlicher Ausdrucksmittel.

 

3. Verbindung von Malerei, Reprografie und Drucktechnik 1974-1985

Die Nutzung von reprografischen und fotografischen Mitteln für die Malerei wurde von Helmut Tollmann und seinen Kollegen und Freunden, zu denen auch Andy Warhol zählte, mit Aufkommen der Popart vielfältig gepflegt, dennoch ging Helmut Tollmann hier bereits Wege, die andere Künstler erst Jahrzehnte später für sich wieder entdeckten. Der Einsatz von Druckelementen als einzelnen Layern in der Malerei mit dem Rakel, den Helmut Tollmann aus dem Siebdruck in die Malerei brachte, ließen einzigartige Kompositionen entstehen, die vielleicht erst heute vollständig in ihrer künstlerischen Leistung gewürdigt werden können. In Bildern dieser Zeit tauchen auch erste Elemente technischer und elektronischer Prozesse auf, die sich mit seiner Kunst mehr und mehr verbinden.

 

4. Technik und die Seele in Welt und Mensch – “Soul of Chip” 1985-1997

Die Malmedien von Helmut Tollmann verändern sich weiter, er setzt neue Farben ein, mit denen er intensiv experimentiert. Die Malgründe erweitern sich in Richtung von Leiterplatten, Kupferplatten u.v.m. Alles dies steht in enger thematischer Korrespondenz mit dem großen Thema von Helmut Tollmann “Soul of Chip” einer bis heute für ihn weltweit geschützten Bezeichnung. Wie tickt die Welt der Information und der Mensch, der durch sie geprägt ist. Portraits wichtiger Persönlichkeiten von regionalem, nationalem und internationalem Rang (von Kölner Größen wie unter anderem Trude Herr, bis zu Albert Einstein) verbinden sich mit der einzigartigen Maltechnik Helmut Tollmanns in dieser Zeit. Multimedia, Illuminationen, die Weiterentwicklung der Mehrschicht-Technik und Experimente mit neuen Werkstoffen, angelehnt an die Entwicklung der industriellen und beginnenden Informationstechnologie. Kommunikation und ganz besonders die elektronische Kommunikation, ist ein wichtiger Aspekt im Schaffen von Helmut Tollmann.

 

5. Verbindungen – der verbindende Aspekt zwischen Technik und Mensch 1998-2007

Mit der Akzentverschiebung von der Suche nach der Seele von Chip und Mensch zur Nutzung der kommunikativen Mittel entsteht das neue zentrale Thema “Verbindungen”. Es gibt ihm die Möglichkeit an so scheinbar unterschiedlichen Projekten wie Wirkbetrieb 1, das von T-Systems initiiert wurde und an “Miteinander” der Initiative Toleranz unter Schirmherrschaft des damaligen Bundesaußenministers Joschka Fischer mitzuarbeiten, Persönlichkeiten aus der Musikgeschichte („Beethoven-Superstar”, Wagner, Berlioz…) und des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Lebens in seiner eigenen Weise zu portraitieren.

 

6. Cosmic Elements und Cosmic Prayer 2008 – heute

Helmut Tollmann verarbeitet die globalisierte Welt in ihren Elementen. Multilayer in der Projektion auf Gebäuden, in Gebäuden und im Wasser. In dieser Phase verbinden sich wie schon ganz zu Anfang seiner Arbeit wieder Ausstellungen mit Projektionen. Das Licht als Mittel der Malerei lässt den “Meister der Farbe”, wie ihn der Galerist, Kunsthändler und Künstler Markus Roubrocks bezeichnete, nicht los. Mit Hochleistungsbeamern entstehen in der Herz-Jesu-Kirche in Singen am Bodensee und zwei Jahre später auf dem Hegau-Tower jeweils im Rahmen der Kulturnacht Hegau-Bodensee Projektionen eines einzigen langablaufenden Bildes, das den Betrachter umschließt. In Lyon werden in dieser Zeit die Häuser, die den zentralen Platz umschließen mit einem einzigen Bild von Helmut Tollmann durch ihn bestrahlt. Seine Malerei als Layer aus Licht in der Welt. (fb)

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Maler und Lichtkünstler